Marienkapelle

Die Marienkapelle






Die Erbauung der Marienkapelle ist eng verbunden mit der Legende des Brozen Kaspar. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich der Getreidehändler Caspar Eberhardt aus Neuler, der 1677 nach Abtsgmünd heiratete und das Haus neben der Mühle des Balthasar Steib erwarb.
Besagter Eberhardt unternahm an einem heißen Augusttag des Jahres 1682 eine Reise, um Getreide einzukaufen. Unterwegs rastete er auf freiem Feld und legte dabei seinen um den Leib getragenen Geldgurt mit der ganzen Barschaft von 200 Gulden ab. Eine beträchtliche Summe, konnte man doch zu jener Zeit für 25 Gulden einen guten Ochsen erwerben. Nach dem erquickenden Schläfchen wanderte Eberhardt weiter und merkte erst nach zwei Stunden, dass er seinen Geldgurt liegengelassen hatte. Im ersten Schreck legte er sogleich das Gelübde ab, zu Ehren der Allerseligsten Jungfrau Maria ein Passionskreuz aufrichten zu lassen, wenn er seine Barschaft an Ort und Stelle wiederfinden würde. Glücklich fand er sein Geld wieder, vergaß das Versprechen aber genau so schnell, wie er es gesprochen hatte. Doch bald darauf wurde er an sein Versprechen erinnert, als ihn eine Handelsreise an den Rhein führte und er auf einem Schiff in äußerste Gefahr geriet. In der Todesgefahr erneuerte er sein Gelübde für eine abermalige Rettung. Diesmal zögerte er nicht sein Versprechen einzuhalten. So ließ er dann auch ein schweres Feldkreuz mit einer muschelförmigen Höhlung im Stamm zimmernm worin das Marienbild den Ehrenplatz fand.
Dieses Feldkreuz wurde 1683 unterhalb der Ziegelhütte "eine Büchsenschussweite von Abtsgmünd" aufgestellt. 1689 starb der Brozen Kaspar und erlebte nicht mehr mit, wie sein Feldkreuz, nachdem es jahrzehntelang keine besondere Beachtung fand, ein halbes Jahrhundert später Aufsehen erregte.
1735 erschien der Bauer Matthäus Funk vom Rötenbach im Pfarrhaus von Abtsgmünd und berichtete, dass sein böser offener Fuß, den die Ärzte nicht heilen konnten, nach dreifacher Wallfahrt zum besagten Kreuz, wie ihm im Traum geheißen, geheilt wurde. Die Kunde von diesem Ereignis verbreitete sich schnell und Hunderte frommer Gläubiger pilgerten in der Folgezeit an die "wunderträchtige" Stelle.
Durch die Gaben der Wallfahrer ließ sich ein bald gehegter Wunsch, nämlich die Errichtung einer Kapelle, nach längerem Streit mit der Ellwanger Regierung verwirklichen, indem man einfach ohne Genehmigung mit dem Bau begann.
Im Juni 1736 vollendete man den Bau. Durch den großen Zulauf wurde die Kapelle bald zu klein und sollte vergrößert werden. Die hohen Kosten für den Ausbau des Langhauses 1739/40 konnten nur mittels weiterer Spenden und Opfergaben aufgebracht werden. Pfarrer Diemer führte in der vergrößerten den regelmäßigen Gottesdienst ein, und zwar freitags. Unter ihm erhielt die Kapelle auch ein Glöcklein, das Factor Wehr stiftete. Der Weihbischof von Augsburg, Franz Xaver Adelmann von Adelmannsfelden, weihte das Gotteshaus am 5. Sonntag nach Ostern 1752. Im Herbst 1764 ließ sich die Erbauung eines neuen Chors durch die Spenden des Franz Mayle und Caspar Borst, die bei der Herrschaft neue Häuser genehmigt haben wollten und einer zinslosen Überlassung von 700-800 Gulden aus der Kirchenpflege verwirklichen. Diese Maßnahme war dringend notwendig, da die einst aus Geldmangel "ganz dünn erbauten Mauer" sich voller Risse zeigte.

Renovierung der Marienkapelle

In den Jahren 2004 bis 2006 wurden umfangreiche Erhaltungsarbeiten an der Marienkapelle durchgeführt und zuvor ein Förderkreis Marienkapelle ins Leben gerufen. Mehr über die Renovierung erfahren Sie in einer ausführlichen  Bildergalerie.

Mesner(in) siehe Gemeindeteam.