Lourdeskapelle

Die Lourdeskapelle




Die Lourdes-Kapelle entstand im Jahre 1885 aus freiwilligen Beiträgen (4000 Mark) auf der Olgahöhe, dem sogenannten Knöckle. Malerisch liegt sie auf der Anhöhe über Abtsgmünd.

Es verwundert, dass die Gemeinde in dem Jahr, in dem die neue Kirche erbaut wurde, auch noch Kraft fand diese Lourdes-Kapelle zu errichten. Sie wurde im neuromanischen Stil mit achteckigem Grundriss und Apsis erbaut.

Sie war als Dank dafür gedacht, dass sich beim Bau der neuen Kirche kein Unfall ereignet hatte. Die Kapelle wurde durch den Kirchenmaler Ott aus Ehingen ausgemalt.
Bauleiter war Baumeister Bezler, Steinmetzarbeiten führte Georg Angstenberger aus.
Die Steine kamen aus Niederalfingen, aber auch aus der alten Kirche. Schlosserarbeiten: Wirth; Bildhauer: Knaisch, Stuttgart; Schreiner: Vogelmann.

Schon bald zeigten sich Schäden durch aufsteigende Feuchtigkeit, sodass öfters Renovierungen nötig wurden. Im Jahr 1902/03 wurde sie durch Hermann Allmendinger, einem Bruder des von 1890-1902 in Abtsgmünd tätigen Lehrers, Chorleiters, Schriftstellers und Komponisten für Kirchenmusik Carl Allemendinger, restauriert.

1988/90 wurde die Lourdes-Kapelle under Federführung von Architekt Horst Schmid innen und außen renoviert und am 20. Mai 1990 von Weihbischof Herre geweiht.
Die Innenrenovierung behielt die damalige Farbgebung bei, obwohl der Restaurator eine mehrfach geänderte Farbgebung durch frühere Renovierungsarbeiten festgestellt hatte. Das Missionskreuz wurde 1990 erneuert.

Ein Kreuzweg führt von der Ölberg-Gruppe am Meisenberg hinauf bis zur Lourdes-Kapelle.

Die Grotte zeigt Bernadette und die Jungfrau Maria. Im Altar sehen wir unten hinter zwei Säulen Reliefs eines Adlers und des Pelikans, darüber das Lamm Gottes. Weitere Reliefs zeigen an der Nordwand den guten Hirten und an der Südwand den Erzengel Michael. Darstellungen, wie sie auch in St. Michael anzutreffen sind. Vermutlich sind es Modelle, die für die Bildhauer in St. Michael angefertigt und teilweise farbig gefasst wurden. Darüber je ein Engel, mit einem Schriftband mit dem Anfang "Gegrüßet seist du Maria". Decke und Konsolen sind farbig gehalten.

Die farbigen Fenster, von Wörner München, zeigen im Südwesten einen Engel mit Zither, im Nordwesten einen Engel mit Palmzweig. Zwei Fenster zeigen Ornamente.

In der Mitte des Fußbodens der Kapelle ist eine alte Steinplatte eingelassen. Sie zeigt oben ein Kreuz, in der Mitte die Zeichen "I I Z B" und unten einen Kelch mit Hostie. Sie ist durch Begehen abgenützt. Es handelt sich um die Grabplatte des in Abtsgmünd von 1757-1776 tätigen Pfarrers Johann Jakob Ziegelbauer, der die Marienkapelle durch das Langhaus vollendet hat.
Er hat auch damals eine Beschreibung der Marienkapelle gefertigt und sollte nach dem Bau der neuen Kirche hier in der Lourdes-Kapelle ein Gedenken haben.

Im Jahr 1887/88 folgten dann die Kreuzwegstationen. Sie sind aus Terrakotta, farbig gefasst und wurden am 01.03.1888 von Kapuzinerpater Eduard geweiht.
Der Ölberg wurde 1889 errichtet. Der Kreuzweg wurde 1992, der Ölberg 2001 restauriert.

Viele Fußgänger werden im Vorbeigehen an die Leidensstationen des Heilands erinnert oder bleiben betrachtend eine Weile stehen. Jedes Jahr betet die Gemeinde an den Sonntagen der Fastenzeit den Kreuzweg vom Ölberg bis zur Lourdes-Kapelle.